Bevor wir uns weiter mit diesem Kampf beschäftigen, mit der Frage, was man am besten bei einem Wanzenbefall der eigenen Matratze unternimmt und wie man ihn überhaupt erkennt, sollen die Tiere selbst erst einmal in den Mittelpunkt rücken. Was sind Bettwanzen und wie sehen sie aus? Bettwanzen sind relativ flache Tiere, weshalb der Name „Tapetenflunder“ durchaus seine Berechtigung hat. Biologen geben ihr einen anderen Namen; sie kennen nach Angaben des Deutschen Grünen Kreuzes 74 Arten, zählen sie zu den Plattwanzen und nennen die in Deutschland am meisten verbreitete „Cimex lectularius“. Ihre Länge wird bei männlichen Tieren mit vier bis sechs Zentimetern angegeben, weibliche Tiere können größer werden. Ihr Körper sieht rot aus wie rostiges Eisen, erscheint bisweilen auch in dunklem Braun. Er ähnelt ein wenig der zweidimensionalen Form eines Eis und ist behaart. Der Kopf besitzt Fühler und der Mund besteht aus einem Saugrüssel, der gleichzeitig zum Einstechen der Haut von Tieren und Menschen dient, deren Blut die Bettwanzen trinken. Vollgesaugt mit Blut erreichen die Wanzen bisweilen das Siebenfache ihres normalen Körpergewichts.
Hungerkünstler (aus den Tropen?)
Der Ursprung der Bettwanze wird in den Tropen vermutet, da das Tier wärmere Temperaturen liebt: bei etwa 27 Grad fühlt sich die Bettwanze am wohlsten, weshalb sie im mittleren Europa in erster Linie in Wohnungen, bisweilen in Ställen und Taubennestern Zuhause ist. Allerdings macht der erwachsenen Bettwanze auch Kälte nicht viel aus; zudem wird sie — wenn die Außentemperaturen günstig für sie sind — zum Hungerkünstler; sie kann über 500 Tage lang hungern, Weibchen noch etwas länger als Männchen. Tauben und Fledermäuse sollen diejenigen Tiere gewesen sein, die die Wanze einst zum Menschen brachten. Bettwanzen werden nur nachts aktiv; in Wohnungen verstecken sie sich tagsüber in Ritzen: unter der Matratze, in Kleidern, Gardinen, Möbeln und Fußleisten. Bettwanzen sind auch Wanderer: In ihren Hungerphasen können sie zum Teil weite Strecken zurücklegen, um zu einer neuen Blutquelle zu gelangen. Bei der Nahrungssuche orientieren sich die Tiere vor allem an der Wärme des Mahlzeit versprechenden Tieres. Bettwanzen können für ihre Größe ganz schön schnell sein: ein Meter pro Minute ist durchaus drin. Die Weibchen legen in der Phase der Eiablage pro Tag zwischen drei und fünf Eier ab. Nach vier bis sechs Wochen und fünf verschiedenen Larvenstadien sind aus den Eiern neue Bettwanzen entstanden.
Seltsame Liebesspiele und Duftsprache
Bettwanzen weisen einige Besonderheiten auf: beispielsweise beim Liebesspiel. Der Penis des männlichen Tieres muss sich seine Öffnung für die Samenablage beim weiblichen Tier nämlich selbst bohren. Erst dann ist es dem Männchen möglich, Samen abzugeben und die Eier des Weibchens zu befruchten. Die Kommunikation der Bettwanzen funktioniert über Duftstoffe. Nachgewiesen sind beispielsweise ein so genanntes Versammlungspheromon und ein Alarmpheromon. Während Ersteres die Tiere zusammentreibt, steht Letzteres für Gefahr und animiert die Bettwanzen zur Flucht.